Die Natur. Ihr Park. Seine Schätze.

Der Naturpark Ötztal schützt ein Gelände von 510 km². Damit ist er der zweitgrößte Naturpark Tirols. Er beginnt auf 774 m am Piburger See und endet am 3.774 m hohen Gipfel der Wildspitze, dem höchsten Berg Tirols. Zwischen Talanfang und Talschluss liegen fünf Info-Points. Ein besonderes Highlight ist das Naturparkhaus in Längenfeld, das 2019 eröffnet wurde. Es ist die Informationsdrehscheibe und das Kompetenzzentrum für die Ötztaler Natur. Besondere Ötztaler Pflanzen, Tiere und Lebensräume werden erklärt, sowie die Geologie samt den talgestaltenden Bergstürzen.

Hohe Mut Alm

Weiße Riesen im Wissenscheck

Im obersten Stockwerk des Tals, mit den Gletschern von Rotmoos- und Gaisbergtal als direktem Gegenüber, befindet sich der Naturpark-Infopoint Hohe Mut. Sein Thema ist das ewige Eis der Ötztaler Alpen im Wandel von Klima und Zeit.

Thomas Schmarda, der Geschäftsführer des Naturparks, hat meine Neugier kräftig geschürt auf die fünfte Station auf der Hohen Mut Alm, auf rund 2.600 m hoch über Obergurgl.

„In einem gut 130 m² großen Raum im Untergeschoss der Hohen Mut Alm zeigen wir eine multimediale Ausstellung. Themenschwerpunkt ist die hochalpine Forschung zu Gletschern und Klima“, mailte er mir, „aber auch die Archäologie und der ökologische Fußabdruck mit Blick auf den Klimawandel werden dort erörtert.“

Naturpark Ötztal
Naturpark Ötztal
Naturpark Ötztal

Coole Impressionen der Gletscherwelt

Na, bitte. Jetzt weiß ich endlich, was die Leute machen, die in dem stattlichen Haus am Ortsrand von Obergurgl ihre Bodenstation haben. Es ist eine Außenstelle der Universität Innsbruck, sie heißt Universitätszentrum Obergurgl und beherbergt die Alpine Forschungsstelle –  eine Institution mit langer Tradition.

Ihre Wissenschaftler steuern zum neuen Naturpark-Infopoint ihre Kenntnisse über die hochalpinen Lebensräume bei. „Menschen, Pflanzen, Tiere im und am ewigen Eis. Der Gletscherschwund. Die Wunder des Eises – das alles und mehr können bald alle Besucher des neuen Informationspunkts im Naturpark erleben“, verspricht Thomas.

Universitätszentrum Obergurgl

Das Ötztal im Überblick

Umhausen

Es ist schon ein paar Jahre her,dass mir Thomas den allerersten Naturpark-Infopoint gezeigt und erklärt hat, den in Ambach, gleich an der Einfahrt vom Inntal ins Ötztal. Er ist der Information des Ötztal Tourismus angeschlossen, bietet also die perfekte Gelegenheit, zur Ötztal Card und den gewünschten Prospekten gleich auch den Schauraum des ältesten Naturpark-Infopoints mitzunehmen. Der zeigt die Schätze und Schönheiten des Ötztals auf einem naturgetreuen Geländerelief des Naturparks im Gesamtüberblick. Mit raffinierter Lasertechnik können Besucher Wissenswertes über 60 interessante Orte abrufen. Details der alpinen Natur erfassen sie mit allen Sinnen. Typische Ötztaler Holzarten „erriechen“, spezielle Gesteinsformen „ertasten“ sie im Regal mit Lehrmaterial zu den fünf Ötztaler Talstufen.

Naturpark Niederthai

Landart mit Lernpotential

Talmitte. Was ist das für ein futuristisches Gebilde dort am Rand des Horlachtal-Parkplatzes, im idyllischen Bergdörfchen Niederthai bei Umhausen? Ein Denkmal? Eine abstrakte Kunstinstallation? Genau solche Fragen erwartet mein Naturpark-Guide Thomas von mir und anderen Besuchern.

Seine Antwort kommt prompt: „Wir haben die Freiluft-Infopoints von Niederthai und von Gries bei Längenfeld bewusst an gut besuchte öffentliche Plätze gestellt. Dort fallen die ungewöhnlichen Kreationen sofort auf und laden die Naturparkbesucher ein zum Erforschen und Verweilen.“  Bronzereliefs der Umgebung. Ortstypische Gesteine zum Betasten. Grafiken. Infotafeln. Alpine Pflanzen.

Das alles bündeln die Naturpark-Infopoints von Niederthai und Gries auf jeweils nur 20 m2 eigenwillig gestalteter Fläche – Sitzplätze inklusive. Ach ja, spielerisch lernen können wir Naturfreaks auch: Ein paar Rätselfragen lösen wir entweder selbst oder mit Hilfe eine QR-Codes. Wir verlassen Niederthai mit frischem Wissen, wie umwälzend der gewaltige Köfler Bergsturz vor rund 8700 Jahren auf die Landschaft des Ötztals wirkte.

Was die wilden Wasser lehren

Cool, diese Landart-Objekte des Naturparks! Ganz in meinem Element bin ich beim  Naturpark-Infopoint am Parkplatz von Gries, am Eingang zum Wandergebiet im Sulztal. Ich nehme Platz auf der Sitzfläche des exzentrischen Landschaftsmöbels nahe der Stelle, an der Fischbach und Winnebach zusammenfließen. Betrachte das Bronzerelief, das mir die Umgebung aus der Vogelperspektive zeigt.

Ich lese die Informationstafeln über die naturkundlichen und kulturellen Besonderheiten, schaue in den metallgefassten Boxen Pflanzen, Gräser und Blumen an, die sonst frei und wild an den Rändern der Bäche wuchern. Und ich betaste einen Stein mit seltsamen Rillen. So fühlt er sich also an, der Gletscherschliff, die Verewigung des Eises im Fels.

Landschaftsmöbel
Widum Vent

Wo der Gletscherpfarrer wirkte

Im  Bergsteigerdorf Vent hat um 1860 der Ötztaler Tourismus begonnen. Sein Erfinder: Der damalige Pfarrer Franz Senn. Die Bergbauern in seinem Dorf waren so arm, dass er ihnen eine zusätzliche Einnahme verschaffen wollte durch bergbegeisterte Gäste.

Er ließ Wege und Schutzhütten für Alpinisten bauen. Vent liegt fast 1.900 m hoch, klimabedingt ist sein Info-Point überdacht. Die stilvolle Adresse: Das alte Pfarrhaus am Ortseingang von Vent. Der Schauraum im ersten Stock zeigt Historisches über die Anfänge des Alpinismus, über den Schaftrieb und über den Ötzi. Die Pflanzen- und Tierwelt der Gegend lernen wir Besucher ebenfalls kennen.

Naturparkhaus Längenfeld

Die knapp 300m² große naturkundliche Ausstellung zeigt auf einzigartige Weise die Ötztaler Naturvielfalt in all ihren Facetten. Zudem wird das im Ötztal dauerhaft präsente Thema Wassers in allen Facetten - von Gletschern über Seen, Flüsse und Moore- dargestellt. Neben zweisprachigen (de/en) Infotafeln erschließen sich die Inhalte über Sinneseindrücke, zB mittels Hörstation, Touchscreens, VR-Brillen, Hologramm und digitalem Wandrelief. Exponate in Form von originalgetreuen Holzschnitzereien spiegeln den Anspruch wider, den Besuchern Lust darauf zu machen die gezeigten Besonderheiten im Tal gemeinsam mit Naturführern im Gelände zu erleben und zu spüren. Auch ein Shop mit regionalen Produkten, eine Bibliothek und die Naturpark-Verwaltung befinden sich im Naturparkhaus.

Highlights:

  • Multimediale Ausstellung
  • Digitales Relief
  • Interaktive Elemente
  • VR-Brillen mit 360° Rundumblick
  • Hörstation & Duftstation
  • Hologramm
  • Holzexponate
  • Kinderquiz
  • Shop
  • Seminarraum
  • Wechselausstellungsfläche
  • Naturpark Ötztal Bibliothek (Bibliografie Download)
  • Naturpark Nachmittag - jeden Mittwoch
Naturparkhaus Längenfeld
Gastautorin Isolde v. Mersi

Isolde von Mersi stammt aus dem Südtiroler Pustertal und lebt in Wien. Als Reporterin und Buchautorin erkundet sie für deutsche und österreichische Magazine und Verlage die kulturellen, kulinarischen und naturgeschichtlichen Schätze der Alpenländer und ihrer Bewohner.

Im Ötztal fühlt sie sich durch ihre Arbeit für das ÖTZTAL MAGAZIN seit vielen Jahren zuhause und unter ziemlich besten Freunden.

Isolde v. Mersi
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