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10 Gründe, Stammgast im Ötztal zu sein

Warum zieht es uns immer wieder an denselben Ort, in dasselbe Tal oder sogar in dieselbe Unterkunft? Warum tauschen wir unser Zuhause für ein paar Tage oder Wochen gegen ein zweites aus? Und bleiben unserem Urlaubsziel sogar ein Leben lang treu? Unsere Autorin kennt die Gründe dafür: In Ötztaler Familienbetrieben aller Art war und ist sie Stammgast, seit langem und alle Jahre wieder.

Sölden Walweg

1. Das Neue im Vertrauten finden

Ich kenne viele Wege und urige Hütten. Das meiste ist mir vertraut, und genau deswegen komme ich immer wieder. Weil ich nicht – wie auf Reisen zu neuen Destinationen – mir die Kenntnis zu spannenden Plätzen und ihrer Erreichbarkeit mit großem Zeitaufwand erstmal erarbeiten muss, sondern unangestrengt nur der Erinnerung zu folgen brauche. Trotzdem gibt es jedes Mal viel Neues zu entdecken. Ich folge Geheimtipps von Einheimischen und Gästen. Pflege aber meine Rituale. Wie den Besuch bei meinem Lieblingshüttenwirt, die Wanderung hinauf zum Gipfel mit der besten Aussicht, die Begrüßung des kleinen Engels mit dem putzigen Gesicht in der Bergkirche.

Hochoetz Bielefelder Hütte

2. Freundschaften und Rituale pflegen

Inzwischen weiß ich, wo es den besten Apfelstrudel gibt, wo man am gemütlichsten ein Pfiff trinkt – 0,2 l Bier, wann und wo welche Musik gespielt wird. „Na, auch mal wieder da?“ oder in jüngster Zeit: „Bist du gut durch die Pandemie gekommen?“ schallt es mir von überall entgegen. Die Begrüßung fällt entsprechend herzlich aus. Lieblingsplätze, Lieblingsmenschen. Beides wiederzuentdecken, gehört zu meinem persönlichen Urlaubsglück, bedeutet Softmassage für die Seele.

3. Teil der Stammgast-Community sein

Der Anteil an Stammgästen ist ungewöhnlich hoch im Ötztal. Wer einmal als Kind mit den Eltern zum Wandern oder Skilaufen hier unterwegs war, kehrt in der Regel auch als Erwachsener mit eigener Familie zurück – generationsübergreifend. Gestärkt wird die Verbundenheit zwischen Einheimischen und Besuchern durch Stammgäste-Treffs. Eingebettet in ein buntes Programm werden „Wiederholer“ in einem Festakt geehrt

Gurgl Kirchenkarhütte

4. Gemeinschaft auch symbolisch erleben

Als Ausdruck starken Zusammenhalts zieht sich in Längenfeld seit 2004 eine 450 Meter lange Eisenkette am Fels der alten Burgsteiner Straße den Hang hinauf. Versehen mit Plaketten, auf denen die Namen aller regelmäßigen Gäste und deren Herkunftsorte eingraviert sind. „Die Glieder stehen symbolisch für den starken Zusammenhalt zwischen uns und unseren Gästen“, sagt Ewald Schmid als Erfinder der Kette und ehemaliger Tourismusdirektor von Längenfeld. Und nicht wenige Gäste wandern bei ihrem Aufenthalt jedesmal zu dieser Kette, um sich zu vergewissern, dass ihre Namensplakette auch noch dort hängt.

Dirndl Oetztal

5. Grenzenlose Verbundenheit spüren

Alle vier Jahre wurden bis zu Beginn der Pandemie auch in Oetz die Stammgäste eingeladen, regelmäßig besuchten Touristiker und Gastwirte wiederum die Hauptherkunftsorte ihrer Gäste. „Der letzten Einladung nach Oetz 2019 sind rund 700 Stammgäste gefolgt,“ berichtet Christoph Rauch, Destinationsleiter Vorderes Ötztal. „Wir haben Wanderungen und Besichtigungen angeboten, Abende am Piburger See und im großen Festzelt.“ Ein paarmal habe ich diese Treffs sowohl in Oetz als auch an meinem Wohnort Hamburg miterlebt. Im Gegensatz zu einigen weiblichen Ötztal-Fans allerdings ohne Dirndl.

6. Freunde fürs Leben finden

Oft habe ich mich mit anderen Stammgästen ausgetauscht, warum wir uns neben der kontrastreichen Landschaft, der Vielzahl an Sportarten und den gelebten Traditionen so magisch vom Ötztal angezogen fühlen. Die Antwort lautet durchgehend: „Weil wir hier schnell Anschluss an die Einheimischen finden.“ Viele Freundschaften fürs Leben wurden hier schon geschlossen, mit gegenseitigen Besuchen. „Ich habe mich hier nie als Tourist empfunden“, sagte mir neulich ein Urlauber, „sondern als Freund.“ Genau das bedeutet Gastfreundschaft.

Längenfeld Heimatmuseum

7. In Traditionen gebettet sein

Seitdem der Pfarrer Franz Senn im 19. Jahrhundert jedem die Schönheit der Berge durch Wege und Hütten zugänglich machte, seit die ersten „Fremden“ sich zur Sommerfrische einfanden, wird hier Gastfreundschaft gepflegt. Im Ötztal ist der dehnbare Begriff keine Worthülse. Eintragungen in Gästebüchern zeugen davon.

 

Oder die Facebook-Eintragung der Ötztaler Museen: „Zeit für ein wenig Tourismus-Nostalgie: Erinnerungen an einen Urlaub in Obergurgl 1974. Wir bedanken uns bei Familie Karthaus in Düsseldorf, die uns regelmäßig teilhaben lässt an ihren Jahrzehnte übergreifenden Urlaubserinnerungen an das Ötztal.“

8. Gastfreundschaft auf Augenhöhe genießen

Um es dem „Fremden“ so bequem wie möglich zu machen, wurde schon in der einstigen Poststation Wasser in die Zimmer für warme Wannenbäder gebracht. „Heute verstehen wir unter Gastfreundschaft, dem Gast auf Augenhöhe zu begegnen“, sagt Philipp Haid, der mit seinem Bruder Tobias das Posthotel Kassl mit der historischen Fassade und dem kürzlich komplett sanierten Inneren leitet. Liebe geht durch den Magen – Philipps Schwester Alex und das Küchenteam besinnen sich auf regionale Wurzeln, auf Originalrezepte, „mit der Verwertung des Tieres vom Kopf bis zum Schwanz.“ Regelmäßige Besucher lädt das Posthotel Kassl zu seiner eigenen Stammgästewoche ein. Gastfreundschaft liegt den Geschwistern wohl in den Genen, geerbt von den Eltern Waltraud und Anton Haid. Noch heute wirken die Seniorchefs im Hintergrund mit.

Ötztal Gastgeber Posthotel Kassl
Johannes Hotel Bergwelt Längenfeld

9. Zur Familie gehören

Im Familienbesitz ist auch das Hotel Bergwelt in Längenfeld. Der Chef des Hauses, Johannes Grüner, verzeichnet ebenfalls einen hohen Anteil an Stammgästen. „Unsere Software ist das Herzblut, mit dem wir das Hotel betreiben. Ob Mitarbeiter oder Gast – jeder gehört zur Familie.“ Kein Weg führt Johannes: „Wir sitzen dann alle im Barbereich. Gern bitten wir Gäste dazu und fragen, wie ihr Tag war. Dadurch entsteht automatisch eine Interaktion.“ Der Stammgast von heute ist ein anderer als in der Generation seiner Eltern: „Er ist selbständiger und will seinen Tag entsprechend gestalten, ohne geführte Wanderungen oder große Programme“.
Pirpamer Vent

10. In bester Gesellschaft die Berge erkunden

Nah am Gast ist auch die Drei-Generationen-Familie Pirpamer-Moser vom Hotel Post in Vent. „Das Wohlbefinden unserer Gäste steht auch im direkten Zusammenhang mit dem Umfeld, mit den Bergen, der Natur“, sagt Caroline Moser, die das Haus zusammen mit ihrem Mann Gerhard führt. „Oft hören wir, dass sie sich bei uns wie in einem zweiten Zuhause fühlen.“ Maßgeblich an dieser Entwicklung seien die vorherigen Generationen gewesen, Carolines Eltern Adolfine und Luis Pirpamer. Viele Stammgäste haben mit dem legendären Bergführer ihren ersten Dreitausender bestiegen. Auch heute werden Touren angeboten – im Winter mit Schneeschuhen. „Zudem bietet der hauseigene Alpinclub Similaun die Möglichkeit, gemeinsam die Natur zu erkunden.“ Das Geheimnis der hohen Wiederholerzahl: „Mit unserer eigenen, ehrlichen Begeisterung können wir unsere Gäste ganz leicht an das Paradies heranführen, in dem wir leben.“

Dagmar Gehm

Gastautorin Dagmar Gehm

Die Hamburger Journalistin und sportliche Globetrotterin ist langjähriger Fan des Ötztals, weil sie sich der Faszination der Kontraste nicht entziehen kann:

  • Action – Abgeschiedenheit,
  • Rausch der Geschwindigkeit – Relaxen in der Ruhe,
  • uralte Rituale – trendige Hotspots.