GLETSCHERFLOHMARSCH

Gletscherflohmarsch - Sonntag, 03. August 2008


Die Wanderung durch die hochalpine Gletscherwelt des hinteren Ötztal führt von Obergurgl 1.900 m über das Ramoljoch 3.200 m nach Vent 1.900 m. Entlang der Strecke geniessen die Teilnehmer das grandiose Panorama der Bergwelt im hinteren Ötztal.
Start: 6:00 bis 8:00 Uhr am Dorpflatz in Obergurgl
Anmeldung erfolgt beim Start

Nenngeld 2007: EUR 12.- pro Person, EUR 5.- für Kinder bis 14 Jahre und Senioren ab 60 Jahren. Gruppenermässigung ab 5 Personen EUR 10.-.
Im Nenngeld inkludiert ist der Bus-Rücktransfer von Vent nach Obergurgl und 1 Getränk beim Bergfest in Vent

Sieger 2007
Herren: Scheiber Matthias 2.21 h
Damen: Gründler Christin 3.46 h


Wen juckt's?


Feine Beobachtungen beim Gletscherflohmarsch von Obergurgl-Hochgurgl nach Vent.


Nach neuesten Erkenntnissen lässt sich die Spezies Gletscherfloh grob in drei Gruppen unterteilen: die erste kennzeichnen sehnige, extrem ausdauernde Körper, im folgenden "Rennfloh" genannt. Die zweite zeichnet sich durch typische Gruppeninstinkte aus, sprich sie erscheint meist im Pulk und in großer Masse, im folgenden "klassischer Bergfloh" bezeichnet. Die dritte, zahlenmäßig ebenso wie der "Rennfloh" in der Minderheit, fällt im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen durch auffällige Gemütlichkeit, die Verwendung sogenannter Kniebundhosen, karierter Hemden und Trachtenhüte auf. Im folgenden möchte ich sie "Genussfloh" nennen. Für Gletscherflohstudien aller Art bietet sich alljährlich der sogenannte Gletscherflohmarsch zwischen Obergurgl und Vent an. Schon der Beginn meiner wissenschaftlichen Untersuchungen war von großem Erfolg gekrönt. Zu unmenschlich früher Morgenstunde gelang es mir am Ortsrand von Obergurgl einige besonders wilde Exemplare des "Rennflohs" zu beobachten. Fast hätte ich sie auf Grund ihrer hohen Geschwindigkeit nicht bemerkt. Ohne jede Ankündigung näherten sie sich im Laufschritt, noch dazu von hinten, japsten hechelnd nach Luft, und verschwanden ebenso schnell wie sie auftauchten. Deutlich einfacher gestaltete sich die Beobachtung des klassischen Bergflohs. Von den 180 gezählten Teilnehmern gehörten im letzten Sommer sicherlich zwei Drittel dieser Untergruppe an. Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich sie mir so vielfältig vorgestellt. Große, kleine, dicke, dünne, männliche, weibliche, zum Teil verwendeten sie sogar ein zweites paar Beine, mit Hartmetallspitze und Skiteller unten dran. Besonders der internationale Touch dieser Untergruppe war erstaunlich. Zu den einheimischen Gletscherflöhen gesellten sich bayerische Teilnehmer (häufiger Ausspruch: "I hab Durscht"), norddeutsche Teilnehmer ("is dat steil, Mann"), holländische Teilnehmer("de mooiste Berghut van de Alpen". Anm. des Verfassers: mit dieser Bemerkung meinten sie sicher das auf dem Weg liegende Ramolhaus) oder englische Glacier flea's ("Oh what a fucking great day". Anm. des Verfassers: sie meinten damit "was für ein schöner Tag"). Das sonnige Wetter und die Verpflegungsstationen an Ramolhaus, Ramoljoch, dem Kontrollpunkt Langeben sowie in Vent vereinfachten natürlich meine Arbeit. Alle Teilnehmer waren wohl versorgt und glücklich und wenn sie sich nicht gerade mal so richtig anstrengten, blieb zwischendurch genug Zeit für besinnliches Träumen in wilder Hochgebirgsnatur. Ich selbst hielt gut mit, zumindest mit der Untergruppe "klassischer Bergfloh". 15 Kilometer Distanz, dazu 1.300 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, da ist es doch nur zu verständlich, dass ein "im Auftrag der Wissenschaft" dahinstolpernden Forscher mit dem schnellsten "Rennfloh" nicht ganz mithalten kann. Nur 1 Std. 55 min. benötigte der Siegerfloh von Gurgl nach Vent. Zuallererst vermutete mein "Gletscherflohforscherinstinkt", Rennflöhe würden vor lauter Hunger so rennen. Aber nein: Verpflegung gab es genug, sie hatten nur keine Zeit für eine gemütliche Pause. Wahrscheinlich wollten sie sich von den vielen "klassischen Gletscherflöhen" und "Genussflöhen" nur einfach nicht überholen lassen. Ein feucht-fröhlich-deftiges Erlebnis (auch für jeden Wissenschaftler) war die anschließende Gletscherflohparty in Vent. Ein reger Erfahrungsaustausch der verschiedenen Gattungen sorgte für eine ausgelassene Stimmung im quietschvollen Festzelt. Eines ist sicher: meine Arbeit geht im nächsten Sommer weiter. Vielleicht sehen wir uns ja. Aber versuchen Sie nicht, sich zu verstellen. Ich erkenne sofort, welcher Flohklasse Sie angehören. Das Motto des Gletscherflohmarsches ist olympisch: dabei sein ist alles. Am besten kommt man über die Runden, wenn man die Sache nicht zu verbissen sieht. Der Weg ist das Ziel und nicht die Zeit dorthin. Der Termin: Jeden ersten Sonntag im August


Ötztal Card. Die Erlebniskarte. ein Tal eine Karte ...

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